Überlegungen nach einem Vortrag
Es gibt biblische Propheten, die kritisieren den Dienst im Tempel: "So spricht Gott - Eure Rauchopfer stinken mir langsam zum Himmel - ich mag eure Gottesdienste nicht. Ein wahrer Gottesdienst ist es, Witwen und Waisen zu helfen". Da kommen wir in Schwierigkeiten: Es wird ganz klar gesagt: Man erfüllt nicht Gottes Auftrag, in dem man meint, mit "in die Kirche gehen" mache man Gott eine Freude, für die er uns belohnen wird, oder noch schlimmer, wenn wir nicht in die Kirche gehen, könnte er uns auch bestrafen. Das ist kein Gottesdienst!
"Wahrer Gottesdienst ist es, Witwen und Waisen zu helfen." Schon die Profeten stellten die Diakonie, d.h. den Dienst an den Notleidenden in den Mittelpunkt. Und dies als Aussage Gottes.
Ich möchte versuchen, diesen Gedanken:
Wenn wir Gottesdienste feiern, feiern wir Gottes Dienste. Gottes Dienste an uns Menschen.
Gottes Dienste zu feiern, heisst zusammenkommen und einander zu helfen, zu überlegen, wo und wie wir hier und jetzt Gott und Gottes Dienst an uns Menschen erfahren:
Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott lieben, sondern dass er uns liebt (und wir uns lieben lassen, bzw. merken, dass wir Menschen von Gott geliebt sind. In etwa so würde ich einen Gedanken im Johannesbrief verstehen.
Ohne es je verdient zu haben (das ist wohl der Gedanke hinter dem Schuldbekenntnis am Anfang der Gottesdienstfeiern) erfahren wir im Grösseren und Kleineren Gottes Wirken (meist wohl in unserer Zeit im sogenannten Zu-Fall, den wir als nicht blind erkennen).
Ja, mit Paulus kommen wir zu einer Erfahrung, dass uns nichts, aber auch gar nichts von der Liebe Gottes trennen kann. Gott liebt "gratis". Dasselbe Wort wie gratia - Gnade.
Dies kann uns mit Dankbarkeit erfüllen. Und lädt uns ein, aus Dankbarkeit "Witwen und Waisen zu helfen" . Wir treten in die Fusstapfen Gottes und dienen im Namen Gottes den notleidenden Menschen. Wir helfen mit, das "Leben in Fülle", das Gott für alle Menschen will, spürbar zu machen. Diakonie aus Dankbarkeit.
Wenn wir zusammenkommen und "Gottes Dienste feiern", was geschieht da eigentlich?
Ich meine: In den Gottesdienst-Feiern helfen wir einander auf die Sprünge, wir stecken uns an, zu spüren, wo Gottes Dienste durch uns nötig sind.
Wir sprechen auch davon, dass die Kirche Diakonie ist: Hilfe von Glaubenden für die Menschen, die in Not sind (selbst wenn sie es - wir wir ja auch - nicht verdient haben)
Meines Erachtens kommen wir diesem Anliegen am Nächsten in den Fürbitten