Sechsblättrige blaue Blume in Doppelkreis ist eine von Cluny beliebte Darstellung des Chi-Rho, der Anfangsbuchstaben von Christus. So gefunden in Verona.
Es sei ein kunsthistorisch bedeutendes benediktinisches Symbol.

Die Bedeutung: Im Kontext dieser benediktinischen Kirche (San Fermo in Verona) gilt die geometrisch im Kreis konstruierte, sechsblättrige Rosette als Emblem für den auferstandenen Christus (Symbol für das ewige Leben und die Vollkommenheit).

Für das Sachsler Meditationstuch besonders passend: Das Esafoglio trägt auch die Namen „rosa dei pastori" und „stella/sole delle Alpi" – ein in den Alpen weit verbreitetes, seit dem Mittelalter belegtes Schutz- und Sinnbild. In diesem Licht gelesen ist die zentrale Rosette des Tuchs von Bruder Klaus eine christlich-mystische Ausprägung genau dieses alpin-mittelalterlichen Sechsblatt-Motivs, dem die Schöpfungs-Symbolik der sieben Kreise innewohnt.

Kurz: Der Zusammenhang ist formal (dieselbe Sieben-Kreise-Rosette) und symbolisch (Schöpfungssymbolik, die zum Meditationsbild passt) – nur die Benennung als „Blume des Lebens" ist ein späteres, modernes Etikett auf einem viel älteren Muster.